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Rufus Zuphall (Aachen) - Weiß der Teufel - 1971

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Rufus Zuphall_Weiß der Teufel_krautrock
Rufus Zuphall ist eine der bedeutenden, progressiven, deutschen Rockbands der frühen 70er Jahre. Die mit der vorliegenden CD beginnende Edition mit zwei noch folgenden CDs dokumentiert ihren musikalischen Werdegang von der ersten LP bis zum Abschiedskonzert in der Kernbesetzung im Jahr 1972. Damit ist jetzt das "Gesamtwerk" von Rufus Zuphall auf CD erhältlich.

1969 in Aachen gegründet, in der Anfangsphase noch mit einem Keyboarder als fünften Mann, verschmolz die Band Blueselemente, die Leichtigkeit angelsächsischen Folks, klassische Versatzstücke und treibenden Gitarrenrock mit progressiven Songstrukturen zu einem eigenständigen, oft instrumental geprägten Stil. Aus dieser frühen Zeit stammen die Stücke "Hollis Brown" und "Granum Cerebri" die auf der dritten CD "Avalon And On" enthalten sein werden.

Die Band orientierte sich anfangs weniger nach Deutschland als in die Nachbarländer Belgien und vor allem Holland und hatte ihren Durchbruch 1970 vor 30.000 Zuschauern beim Jazz Festival im belgischen Bilzen. An sich für das Rahmenprogramm vorgesehen, spielten sie dann doch als einzige Amateurband neben Größen wie Black Sabbath, Cat Stevens oder May Blitz und wurden von der Presse als Überraschung des Festivals gefeiert. Schon vorher waren Rufus Zuphall mit Living Blues und Cuby and the Blizzards aufgetreten, im gleichen Jahr folgten Gigs mit Curtis Jones, Group 1850 und Golden Earring.

Frontmann auf der Bühne war der Flötist Klaus Gülden. Er prägte den Rufus Zuphall-Sound entscheidend. Bassist Helmut Lieblang schrieb die Lyrics. Günter Krause, ein kreatives Gitarrentalent, komponierte die meisten Stücke, und mit Udo Dahmen hatte Rufus Zuphall einen Schlagzeuger, der nach seinem späteren Musikstudium mit Kraan, Lake, Eberhardt Schöner und Achim Reichel spielte und bis heute ein gefragter Tour- und Studiodrummer ist. Darüber hinaus war er als Dozent an der Hamburger Hochschule für Musik tätig und leitet heute die Hochschule für moderne Musik in Mannheim. Außer Udo Dahmen blieb von den diversen Rufus Zuphall-Musikern nur Günter Krause beruflich der Musik treu. Nach dem Ende der Band studierte auch er Musik, machte dann Jazz und Jazzrock in diversen Formationen und spielte bis in die 80er Jahre als Gitarrist mit einem Jazz-Sextett Schallplatten ein. Heute arbeitet er als freier Musiker, Komponist und Gitarrenlehrer.

Anfang Dezember 1970 produzierte Rufus Zuphall live in nur drei Tagen in Holland ihre erste LP Weiß der Teufel. Sie erschien 1971 als Privatpressung auf dem Label Good Will - ein Meisterstück progressiver Rockmusik. Der Titelsong wurde ein heimlicher Szenehit und der als Single ausgekoppelte Track "Spanferkel" zur Erkennungsmelodie einer der bekanntesten deutschen Radio-Rocksendungen. Die LP, in nur kleiner Auflage erschienen, wurde trotz schlechter Vertriebsbedingungen ein Verkaufserfolg. Ende 1971 erschien das zweite Album "Phallobst". Für das darauf folgende Jahr war eine weitere LP unter dem Arbeitstitel "Avalon" geplant. Bevor sie erscheinen konnte, löste sich die Band wegen persönlicher und musikalischer Differenzen auf.

Im Jahre 1999 gab es die Rufus Zuphall-Reunion mit vielen Konzerten. Die CD "Colder Than Hell" erschien 2000.


BONUSTRACKS:
Vor der Auflösung im Spätsommer 1972 gab die Band noch eine kurze Reihe von sechs Abschiedskonzerten, das letzte war Anfang September im holländischen Eindhoven, das erste ein Farewell Konzert in Aachen am 17. Juni 1972, nach Ansicht der Bandmitglieder einer der echten musikalischen Höhepunkte von Rufus Zuphall. Hier hört man Dynamik, Kreativität und Spielfreude, spürt die Bühnenroutine und Vertrautheit einer Gruppe, die es trotz aller anderen Aktivitäten allein im Jahre 1971 auf über fünfzig Auftritte brachte.

"Farewell! Live Aachen 1972" als Bonustracks der vorliegenden CD und der andere Teil des Konzertes auf der in Kürze folgenden "Phallobst"-CD zeigt die musikalische Bandbreite von Rufus Zuphall, spannt den Bogen von Rhythm'n Blues-inspirierten Anfängen mit Liedern wie "Wade In The Water" oder "See See Rider" zu Rock-Fetzern wie "Prickel Pit" und zu progressiven Titeln wie der "Avalon Suite", zeigt klassische Einflüsse, freiere Liedstrukturen mit Jazzelementen und enthält mit "Summertime" oder "Spanferkel" wesentliche Hits der Band.

Manfred Steinheuer, Januar 2004
Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von Longhair

01. Walpurgisnacht 3:03
02. Knight of third degree 7:34
03. Spanferkel 2:25
04. Freitag 7:17
05. Weiß der Teufel 17:14
   
CD-Bonustracks Live Aachen 1972:
06. 900 Miles 8:22
07. I put a spell on you 3:52
08. See see rider 5:18
09. Avalon Suite 11:53
10. Summertime 5:08
11. Prickel Pit 3:39
Rufus Zuphall_Weiß der Teufel_krautrock
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Rufus Zuphall_Weiß der Teufel_krautrock
Rufus Zuphall_Weiß der Teufel_krautrock
Dahmen, Udo (6) (drums, tablas) ACI; Kraan
Engels, Erich (3) (percussion on 2) 
Gülden, Klaus (5) (flute, percussion) 
Kittel, Thomas (4) (guitar on 6 - 11) 
Krause, Günter (5) (guitar, keyboards, vocals) 
Lieblang, Helmut (4) (bass on 1, 5) 
Spangenberg, Manfred (4) (bass on 6 - 11) 
Good Will - 1971 - LP

Longhair - 2004 - CD

Longhair - 2006 - LP

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