In meinem Webshop green-brain-krautrock.de finden Sie ein umfangreiches Krautrock-Sortiment:

Neu: KROKODIL - An Invisible World Revealed - CD 1971 Digipack Krokodil Records.
Neu: VARIOUS - Love & Peace 1970 - 2 LP Longhair.
Neu: STAGG - Swf - Session 1974 - LP Longhair.
Neu: NEKTAR - Megalomania - LP 2018 Sireena.
Neu: CORPORAL GANDER'S FIRE DOG BRIGADE - On The Rocks - LP Longhair.


Thirsty Moon (Bremen) - I'll be back - Live '75 - 1975

Bewertungen:
artemisia
green-brain
gruvman
kraut-brain
Space Rider

Thirsty Moon_I'll be back - Live '75_krautrock

DIE THIRSTY-MOON-STORY - TEIL 4

1975 taten wir uns mit dem Keyboarder und Sänger Gert Lueken und dem Bassisten Heinz Sander zusammen, um erneut als THIRSTY MOON in Live-Besetzung aufzutreten. Beide Musiker spielten vorher bei der Bremer Band „Train“. Wegen der Veröffentlichung von „Blitz“ im gleichen Jahr unterstützte uns die Plattenfirma auch wieder mit Promotion und ließ Bilder von der aktuellen Vierer-Besetzung machen. In dieser Formation spielten wir am 29. Mai 1975 in der „Lila Eule“ in Bremen und ließen ein Stereo-Tonbandgerät mitlaufen. Es gab nur 2 Mikrofone für die Aufnahme, kein Mischpult dazwischen, keine Möglichkeit des „Abmischens“. Ich legte damals großen Wert auf die Tonband-Zuspielungen der Geräuscheffekte, die teilweise aus Naturklängen, aber auch aus Synthesizer-Sounds bestanden. Damit sie auch in Stereo zu hören waren, wurden zusätzliche Lautsprecher aufgestellt. Im Gegensatz zu heute, wo jede Band eine P.A. benutzt und ein Mischpult, hatten wir damals noch die so genannte „Gesangsanlage“ mit einer Box an jeder Seite der Bühne, aber mono. Die Instrumente hatten separate Verstärker und Lautsprecher. Das Schlagzeug war in einem kleinen Saal ohne Mikrofonierung laut genug.

An eine Veröffentlichung war damals nicht gedacht, erst als wir im Sommer 2006 diese vergessene Aufnahme wieder entdeckten, kam der Gedanke dazu. Das Tonbandmaterial hatte 31 Jahre unbeschadet überstanden und die Aufnahmen waren, an den Umständen gemessen, von erstaunlicher Qualität. Die gerade erst formierte Band bemächtigt sich hier älterer Stücke, wie „Big City“, auf ganz eigene Art, „Blitz“-Titel werden durch Improvisationen erweitert und mit „Dreaming“ wird ein Song präsentiert, der erst auf dem 1976er Album „A real good time“ veröffentlicht werden sollte. Hinzu kommen Titel wie „Volcano“ und „Don’t boogie along“, die bisher noch nie veröffentlicht worden sind. Ich weiß nicht, wie ein unbefangener Hörer diesen Sound beurteilen wird, mir selbst kommt er etwas rau und ungeschliffen vor, aber voller spontaner Einfälle. Mein Text im Titel „Black clouds“ ist improvisiert. „Can you hear the lightning?“ sollte wohl eigentlich „Can you hear the thunder?“ heißen – aber das ist eben „live“! Auch ein Schlagzeugsolo von Norbert wurde hier festgehalten. Bevor es beginnt ruft jemand (wahrscheinlich Gert) mir zu: „Lass’ deinen Bruder mal ein bisschen spielen...“

In Anspielung auf den Titel des zweiten Albums, „You’ll never come back“, nennen wir dieses „I’ll be back – LIVE’75“. Es sind zugleich die einzigen erhaltenen Aufnahmen der Besetzung Lueken/Sander/Drogies/Drogies, zu einer Schallplatten-Veröffentlichung mit diesem Line-up kam es nie. Nachträglich noch einmal herzlichen Dank an Gert und Heinz, dafür, dass sie für wenige Monate des Zusammenspielens unsere Stücke eingeübt haben und sie mit Engagement und in individuellen Interpretationen auf die Bühne brachten.

Jürgen Drogies, Oktober 2006



1971 gegründet spielten Thirsty Moon in wechselnden Besetzungen, stets angeführt von den Brüdern Jürgen und Norbert Drogies, bis in die frühen 80iger Jahre. Die letzte Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 1981 mit der LP „Starchaser“.

Zeittafel
1971
Jürgen und Norbert Drogies gründen Thirsty Moon.

1972
Veröffentlichung des gleichnamigen Albums „Thirsty Moon“ auf Brain

1973
2. Album, „You’ll never come back“, ebenfalls auf Brain

1974
Die 7-Mann-Besetzung löst sich nach 2 LPs auf. Jürgen und Norbert Drogies nehmen zu zweit die 3. LP „Blitz“ im Studio Boccaccio, Bremen auf.

1975
„Blitz“ wird im Februar auf Brain veröffentlicht. Es entsteht wieder eine Live-Formation. Aufnahme eines Konzertes vom 29. Mai 1975 im Bremer Szeneclub „Lila Eule“.

1976
Erneute Umbesetzung der Band im Januar. Im Sommer erscheint mit „A real good time“ die 4. LP der Gruppe auf Brain, produziert von Jürgen und Norbert Drogies. Alle Kompositionen stammen von Jürgen Drogies, mit Ausnahme „Sundance“ des Pianisten Serge Weber.

Besetzung:
Junior Weerasinghe: Schlagzeug, Gongas, Gesang
Serge Weber: Fender-Piano, Clavinet, Synthesizer, String-Organ
Rainer Neumann: Saxophon, Klarinette
Norberg Drogies: Bass, Perkussion
Jürgen Drogies: E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Synthesizer, String-Organ, Gesang

1977
In veränderter Besetzung mit Uli Harmssen an den Keyboards und Junior Weerasinghe, Schlagzeug
und Gesang, erscheint die live aufgenommene Single „I’ll sing your song/Caught”, auf Boccaccio.

1980
Wiederveröffentlichung des 1. Albums mit geändertem Cover unter dem Titel „Yellow Sunshine“

1981
5. Album “Starchaser” auf Sky, auf der neben den Drogies-Brüdern Hans-Werner Ranwig mit Gesang und Junior

2006
Veröffentlichung der ersten 3 Alben sowie des Live-Konzertes vom 29.05.1975 in der „Lila Eule” sowie Bonusmaterial auf CD.


Manfred Steinheuer, Oktober 2006

Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von Longhair


1975 reaktivierten Jürgen und Norbert Drogies Thirsty Moon um live aufzutreten. Den beiden Brüdern schlossen sich der Keyboarder Gert Luecken und der Bassist Heinz Sander an. Am 29. Mai 1975 spielte das Quartett in der Bremer "Lila Eule" und ließ das Konzert mitschneiden. Erst im Sommer 2006 entdeckten die beiden Drogies die Bänder der Aufnahme wieder. Die Klangqualität des mit zwei Mikrophonen und einem Stereo-Tonbandgerät aufgenommen Konzertes war so gut, dass sich Long Hair Music dazu entschlossen das Material zu veröffentlichen. Das Ergebnis liegt nun mit "I'll be back - Live'75" (eine Anspielung auf den Titel des zweiten Albums der Gruppe) vor.

Der Klang dieses Live-Mitschnitts ist in der Tat sehr gut. Alle Instrumente und auch die diversen Tonbandeinspielungen mit Klang- und Geräuscheffekten stehen ausgewogen im Mix, das Ganze kommt druckvoll, mit schön rauer Live-Atmosphäre aus den Boxen und auch vom Publikum ist nicht mehr als nötig zu hören. Einzig der gelegentliche Gesang steht etwas im Hintergrund.

Thirsty Moon spielten an jenem Abend im Mai 1975 eine Mischung aus älteren Nummern ("big city" vom Debüt und "music", welches zwar nie auf einem Studioalbum der Band aufgetauch ist, aber offenbar immer zum Live-Repertoire der Septett-Besetzung gehörte - eine ältere Demoversion der Nummer ist auf "You'll Never Come Back " als Bonustrack zu finden), Stücken vom gerade erschienenen Album "Blitz" ("rainbow", "südwind", "speak for yourself" und "black clouds" - Letzteres ist wohl eine Variation der Nummer "clouds", die auf dem CD-Reissue von "Blitz" als Bonustrack zu finden ist) und dreier (damals) neuer Titel ("don't boogie along the bullshit train", "volcano" und "dreaming" - letzteres ist auf dem 1976 erschienenen vierten Thirsty-Moon-Album "A real good time" in einer Studioversion zu finden). Die Gruppe um die Brüder Drogies gibt sich hier im Vergleich zu "Blitz" etwas jazzrockiger und nähert sich dem Sound der ersten Thirsty-Moon-Besetzung an. Locker und beschwingt, offenhörlich mit recht viel Spaß und guter Laune rocken sich die vier Musiker durch die verschiedenen Nummern. Virtuose Soloausflüge gibt es kaum; einzig Jürgen Drogies setzt sich ab und zu an der E-Gitarre in Szene (dazu kommt noch ein nicht so furchtbar mitreißendes Schlagzeugsolo seines Bruders in "music"). Eher erzeugen die vier Musiker schwungvoll dahingleitende, komplexe Instrumental(jazz)rockgefüge, die sich durch Abwechslungsreichtum und große Spielfreude auszeichnen. Jürgen Drogies sorgt an verschiedenen Stellen für diverse Tonbandeinspielungen (Windgeräusche, Regenplätschern, elektronisches Klangwabern und die Großstadtkulisse in "Big City"). In "volcano" gibt es schließlich ein kurzes, krautig-experimentelles Klangdurcheinander.

"I'll be back - Live'75" ist ein schönes Live-Dokument von Thirsty Moon und damit eine willkommene Sammlungsergänzung für denjenigen, der die Musik der Bremer schätzt. Auch wer die zeitgleichen Einspielungen der deutschen Kollegen von Kraan, des Release Music Orchestra, von Guru Guru oder Missus Beastly gerne hört, diese gutgelaunte, nicht extrem komplizierte, aber durchaus elegante und sehr professionell vorgetragene Musik aus dem Grenzbereich von Jazzrock und (Kraut)Rock, der kann auch hier einmal reinhören.
(Quelle: www.babyblaue-seiten.de, Achim Breiling)
01. black clouds 09:50
02. rainbow 04:52
03. südwind 05:46
04. music 15:39
05. dreaming 07:14
06. don’t boogie along the bullshit train 04:32
07. speak for yourself 05:08
08. volcano 08:44
09. big city 10:50
Thirsty Moon_I'll be back - Live '75_krautrock
Drogies, Jürgen (5) (guitars, vocals, sound) 
Drogies, Norbert (5) (drums, percussion) 
Lueken, Gert (2) (bass)  Train
Sander, Heinz (1) (keyboards, vocals) 
Longhair - 2006 - CD

Ich möchte gerne Bewertungen abgeben und dafür einen
Mitgliedsnamen und ein Passwort erhalten!


© www.krautrock-musikzirkus.de