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Kraan (Ulm) - Through - 2002

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Kraan_Through_krautrock
Das Wintruper Echo schallt wieder. Nicht wie man meinen könnte als nachhallendes Klangereignis, das sich an den mächtigen Gipfeln der Rock-Nostalgie bricht. Eher schon als zeitlos faszinierendes Sounderlebnis. Im Klartext: Kraan sind wieder voll da. Und dass es die legendäre deutsche Band auch nach mehr als 30 Jahren auf Bühnen in aller Welt noch ernst meint, konnte man bereits in ausverkauften Konzerten und vor zwei Jahren auch auf einem Livealbum hören. Jetzt reichte dem Quartett die verfeinerte Reproduktion der eigenen und durchaus geschätzten Stücke allein nicht mehr. Wie in den guten, alten Tagen im Ulmer Proberaum oder zu Kommunenzeiten auf dem Weidegut Wintrup im Teutoburger Wald wurde in Jan Frides kleinem Studio nahe dem Bodensee gejammt bis die Richtung stimmte. Let the good times roll und doch kein schaler Aufguss, denn schließlich agieren hier international anerkannte Instrumentalisten, die musikalisch immer auf der Höhe der Zeit geblieben sind. Hellmut Hattler etwa, der mit Tab Two von Erfolg zu Erfolg eilte um nach dem Ende dieser Duo-Ära mit seinem aktuellen Solo-Projekt HATTLER sofort den Jazz-Echo abzuholen oder mit dem neuen Album "Mallberry Moon" in den Jazzcharts Cracks wie Maceo Parker abzuhängen. Oder Drummer Jan Fride, der sich immer wieder an den Fellen von De-Phazz blicken ließ.

Und jetzt ist sie also da: "Through" ist der Name des ersten Studioscheibe nach zwölf Jahren und eigentlich klingt sie so, als hätten die Vier ganz einfach an den Erfolg von Alben wie "Wiederhören" oder "Nachtfahrt" angeknüpft. Zurückgelehnt, ganz tief im Hohlkreuz, als seien die Musiker mit ihren Beats und Melodien schon lange schwanger gegangen, klingen die meisten Songs. Angestrengt hört sich hier nichts an - ganz im Gegenteil. "Wir haben mit dieser Band längst alles erreicht, was zu erreichen war, wir müssen es wirklich niemandem mehr beweisen, Kraan ist durch mit der Pflicht", ergänzt Hattler, "ab jetzt ist nur noch Kür". Hier geht's nicht wie bei so vielen Bands, die mit einem Comeback die Rente sichern wollen, um bare Münze. Man hört es: Hier ist jede Menge Spaß im Spiel, und die Chemie im Quartett stimmt noch immer. "Es waren ja damals musikalische Differenzen, die zum Bruch führten. Es war mir zu viel Technik im Spiel und jeder versuchte eine andere musikalische Richtung einzuschlagen. Daher zerbrach das Gesamtkonzept ", erinnert sich Jan Fride. Zehn Jahre später war die Reunion wieder ein Thema. Gitarrist Peter Wolbrandt juckte es beim Zusammenstellen alter Aufnahmen für eine CD wieder in den Fingern, die anderen Ex-Mitglieder waren auch nicht abgeneigt, und als dann noch die Veranstalter des Herzberg-Festivals und des Internationalen Donaufests in Ulm wegen Konzerten anfragten, traf man sich im alten Proberaum. Sessions in Zimmerlautstärke, aber mit bekannter Energie. Schnell war den Vieren klar, dass aus dem Kurz-Comeback zur Feier des 30-Jährigen ein Neustart werden würde. "Die Sessions waren einfach grandios und liefen wie im Schlaf ab. Dieser Stil scheint in unseren Genen zu liegen, richtig in uns eingebrannt zu sein ", ist Jan Fride überzeugt. Und dieser zeitlose Sound ist das Pfund, mit dem die Individualisten und Autodidakten von Kraan, die nie in die gängigen Schubladen passten, bis heute wuchern können.

Die Produktion des Albums "Through", das auf Hellmut Hattlers Label Bassball Recordings erscheinen und von edel vertrieben wird, wurde ganz bewusst spartanisch gehalten. Acht Spuren mussten für die basic tracks reichen und aufgenommen wurde in Jan Frides kleinem Studio. "Wir wollten die Aufnahmen sehr frei gestalten und haben erst gar nicht mit Labels verhandelt, sondern sind selbst aktiv geworden", sagt Jan. So habe man auch die notwendige Ruhe gehabt, die Musik zu entwickeln. "Der Druck war gänzlich ausgesperrt, und jeder konnte sich locker miteinbringen." Die Basics aller Stücke wurden live und am Stück eingespielt, an den besten Versionen später gefeilt. Und so klingt die Scheibe wie aus einem Guss. Und den offenbar kleinen Aufwand an Technik hört man der CD wahrlich nicht an. Kraan wieder einmal zeitlos gut.
(Pressetext)
01. Unser Lied
02. Soulkeeper
03. Solemn Sundown
04. Slomocean
05. Run Sonny Run
06. Urlaubsmusik
07. Now What(Arewegonnado)
08. Moxx MUSIC
09. Through
   
Kraan_Through_krautrock
Bischof, Ingo (19)  Atlantis; Guru Guru; Hattler, Hellmut; Karthago
Fride, Jan (20)  Alto; Duwe, Mickie; Genrich, Ax; Göldner, Andy; Guru Guru; Hattler, Hellmut; Roland & die "Dadadogs"; Wolbrandt, Peter
Hattler, Hellmut (24)  Alto; Genrich, Ax; Guru Guru; Hattler, Hellmut; Liliental; Roland & die "Dadadogs"; Wolbrandt, Peter
Wolbrandt, Peter (22)  Alto; Carsten Bohn's Bandstand; Genrich, Ax; Göldner, Andy; Guru Guru; Hattler, Hellmut; Wolbrandt, Peter
Referenzen: Guru Guru

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