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Druckknöpfe - Rock - 1980

Die Hamburger Formation Druckknöpfe trat erstals im Herbst 1976 in Erscheinung anlässlich der Demonstrationen gegen das Atomkraftwerk Brockdorf. Die Band war damals eine der wenigen im Lande, die knallige Rockmusik mit deutschen, politischen Texten verband. Die Erstbestzung bestand aus Schlagzeuger, Bassisten, Gitarristin, Keyboarder und Sängerin, die öfters noch von einem Percussionisten unterstützt wurde. Das ganze war eine reine Amateurveranstaltung, aus Spaß an der Musik und politischem Engagement geboren (in dieser Reihenfolge). Gespielt wurde auf Anti-AKW- und zahlreichen sonstigen politischen Veranstaltungen des damals sich gerade formierenden grün-alternativen Spektrums. Es gab aber auch einige Konzerte als Begleitband der damals schon hochgeschätzten Blues-Legende Abi Wallenstein.


Ende 1977 wechselte die Besetzung substanziell, nur Schlagzeuger und Bassist blieben von der Urkombo übrig. Im Mai 1978 gab es die Premiere der neuen Besetzung in der legendären, nicht mehr bestehenden ESG (Evangelische Studentengemeinde) in Hamburg. Dies war der Startpunkt einer erheblichen Intensivierung und Professionalisierung der Druckknöpfe. Diese (1978 - 1980) und die nächste Formation (1980 - 1985) waren diejenigen, die durch ca. 200 (!) Auftritte bei einem erheblich über das Hamburger Alternativspektrum hinausreichenden, von Flensburg bis München reichendem Publikum bekannt wurden.


1980 erschien die erste, über \"Eigelstein\" (Köln) und einige \"Schneelball\"-Kontakte vertriebene LP Druckknöpfe- Rock (Auflage 2.500), 1982 die zweite, Fahnenflucht benannte LP (Auflage 2.000). Beide Longplayer 8als Vinyl) sind vergriffen und nur noch in Einzelexemplaren zum Beispiel über Ebay erhältlich. Es gibt mittlerweile aber auch Wiederveröffentlichungen auf CD.

Gespielt wurde in nahezu allen damals einschlägigen Clubs der Repubik, sei es das Komm in Nürnberg, die Batschkapp in Frankfurt, der Holzwurm in Würzburg, das Milbertshofener Stadtteilzentrum in München, das Logo und die Fabrik in Hamburg. Es gibt vermutlich kein - heute altes - Bundesland, in dem die Druckies, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt wurden, nicht gespielt haben.

Unvergessen und unerreicht sind die zahlreichen Konzerte im legendären Kult-Schuppen \"Auenland\" bei Bargteheide nördlich Hamburg, wo die Druckknöpfe zeitweise alle Besucherrekorde brachen. Erst ein Brand bei dem Gebäude bis auf die Grundmauern vernichtet wurde machte dem Treiben traurigerweise ein Ende.

Unvergessen natürlich auch etliche gemeinsame Konzerte oder Festivals mit anderen Bands wie den Bots/NL, Golden Earring/NL, Schröder Roadshow, Geier Sturzflug, Hammerfest, Rotglut und vielen anderen Bands der damaligen Zeit aus der \"Schneeball\"-, \"Umsonst & Draußen- und \"Rock-gegen-Rechts\" - Szene.

Alle Bandmitglieder gingen neben den ständigen Konzerten ihren Berufen (volle Stellen) oder Ausbildung (Studenten) nach, zu einer wirklichen Professionalisierung konnte man sich seinerzeit nicht entschließen. Über die Jahre machte sich dann der Stress der nahezu permanenten Doppelbelastung bemerkbar, die Kreativität litt zusehends, neue Stücke wurden immer seltener, eine dritte LP nicht in Sicht. So kam es wie bei zahlreichen Formationen, und die Auflösung der Band war nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann Mitte 1984 gab es in der Essener Uni das letzte, desillusionierende Konzert vor 3.000 Leuten als Vorband von Ton Steine Scherben, bei dem nicht einmal vereinzelte Zuschauer Notiz von den Druckies nahmen, zu stark war die Fixierung auf und die Erwartungen an die schon leicht in die Jahre gekommenen Helden der Bewegung, TSS - eine echte Urerfahrung (:-).

Die Auflösung der Band war also nur konsequent, alle aktuellen und ehemaligen Musikerinnen und Musiker gingen ihrer Wege, und die waren teilweise (sehr) weit (Australien, Bodensee, Wendland, NRW, Meck-Pomm); bis heute sind Einzelne mehr oder weniger freundschaftlich verbunden. Die (Hoch-)Gefühle der damaligen Zeit allerdings haben niemanden der Mitwirkenden bis heute verlassen, es war eine wunderbare und wichtige gemeinsame Erfahrung.

Im Oktober 2010 trafen sich einige Mitglieder der Erstbesetzung nach fast 30 Jahren zu einem ersten Unplugged-Üben wieder, um dann Anfang November 2010 in einem kleinen Kellerkonzert in Quickborn/Schleswig-Holstein einige Titel aus dem alten Repertoire vorzutragen. Anlass war der 82, Geburtstag des Vaters der Sängerin, der seinerzeit zusammen mit seiner Frau einer der größten Fans der Gruppe war :-)
(Birger Holm, ex. "Druckknöpfe")

Zudem gibt es auf youtube ein Live-Video von 1982

http://www.youtube.com/watch?v=uKW7a5UvB5U

Und schließlich gibt es 4 Videos vom Okt. 2010 vom ersten Unplugged-Üben von einigen Bandmitgliedern nach 26 Jahren

http://www.youtube.com/watch?v=JehU-s3GLSM&feature=rec-LGOUT-exp_fresh+div-1r-2-HM
http://www.youtube.com/watch?v=3VJgPxqzEXE&feature=mfu_in_order&list=UL
http://www.youtube.com/watch?v=RXoFE8PRIEk&feature=mfu_in_order&list=UL
http://www.youtube.com/watch?v=gVQndrDTdTg&feature=mfu_in_order&list=UL

01. Komm Raus
02. Der Ruheständler
03. Vergangenheitsbewältigung
04. Scheiss,
05. Bulle, Scheiss
06. Über Das Abweichen Von Der Norm
07. Herr Aber Und
08. Dr. Wenn
09. Arbeit Macht Frei
10. Lass Mich In Ruhe
Druckknöpfe_Rock_krautrock
Dierks, Rolf (1) (drums, vocals) 
Engen, Andrea (1) (vocals) 
Harder, Bettina (1) (piano, synthesizer, organ, string ensemble) 
Herrmann, Andreas (2) (bass) 
Holm, Birger (3) (guitar, synthesizer)  Oktober
Nietschmann, Achim (2) (vocals, violin) 

G�ste:
Radtke, Björn (1) (congas) 
Rock gegen Rechts - 1980 - LP

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